Sie wollen Messwerte aus einem Zeitraum in Excel auswerten — etwa um einen Hochlauf nachzurechnen oder eine Aufzeichnung an Dritte weiterzugeben. Jedes Panel in Grafana gibt seine Daten als CSV heraus; die Arbeit steckt danach im Excel-Import.
1. Zeitraum wählen
Stellen Sie zuerst oben rechts den Zeitraum ein, den Sie exportieren wollen. Exportiert wird immer genau das, was das Panel gerade anzeigt.
Halten Sie den Zeitraum klein. Bei den IDEA-4S-Signalen kommen pro Stunde einige zehntausend Werte zusammen — die Datenbank liefert das in Sekundenbruchteilen, aber die Tabelle im Browser darzustellen kostet auf der Anlage spürbar Zeit. Für einen ganzen Tag exportieren Sie besser mehrere Stunden nacheinander.
2. CSV herunterladen
- Auf die drei Punkte oben rechts am Panel klicken.
- Überprüfen → Daten wählen.
- Unter Datenoptionen den Schalter Download for Excel einschalten (diese Beschriftung ist auch in der deutschen Oberfläche englisch).
- CSV herunterladen klicken.
Der Schalter ist der Grund, warum es in Excel gutgeht: Grafana schreibt dann eine Kennzeichnung des Trennzeichens in die erste Zeile, an der sich Excel beim Öffnen orientiert.
3. In Excel importieren
Öffnen Sie Excel mit einem leeren Arbeitsblatt und holen Sie die Datei über Daten → Aus Text/CSV herein — nicht per Doppelklick auf die Datei.
Im Fenster Daten transformieren achten Sie auf zwei Dinge:
- Trennzeichen muss auf Komma stehen.
- Der Schritt Geänderter Typ rechts unter Angewendete Schritte rät die Spaltentypen
aus dem Gebietsschema. Grafana schreibt Zahlen mit Punkt als Dezimaltrennzeichen; ein
deutsches Excel rät daher falsch und macht aus
12.5den 12. Mai oder die Zahl 125. Löschen Sie den Schritt über das Kreuz; alle Spalten kommen dann als Text herein, und Sie setzen die Typen anschließend selbst.
4. Die Zeitachse
Welche Spalten Sie bekommen, hängt vom exportierten Panel ab. Die Zeitreihen-Panels des
ausgelieferten Dashboards liefern eine Spalte time mit Datum und Uhrzeit und daneben
je eine Wertespalte (etwa value_temperature_bearing_1). Damit können Sie direkt arbeiten:
Spalte als Datum/Uhrzeit typisieren, fertig.
Manche selbst gebauten Tabellen-Panels geben die Zeit stattdessen als Zahl heraus — Sekunden seit dem 1.1.1970. Daraus wird in einer neuen Spalte eine Datums-Achse (Zeitspalte hier B):
=B2/86400 + DATUM(1970;1;1)
Oder eine relative Zeitachse in Sekunden ab Aufzeichnungsbeginn — meist die bessere Wahl für einen Hochlauf:
=B2-$B$2
5. Diagramm
Nehmen Sie ein Punktdiagramm (XY) mit Linien, kein Liniendiagramm: Das Liniendiagramm behandelt die Zeit als gleichmäßig verteilte Beschriftung und verzerrt jede Lücke in der Aufzeichnung. Formatieren Sie die X-Achse anschließend mit Rechtsklick → Achse formatieren → Zahl, entfernen Sie den Haken bei Mit Quelle verknüpft und geben Sie das gewünschte Format ein.
Warum manche Zellen leer bleiben
Wenn ein Panel mehrere Signale in eine gemeinsame Tabelle legt, fallen Lücken auf. Die Signale kommen unterschiedlich schnell an — der Sensor meldet bei Änderung, nicht in einem festen Takt. Auf einer Anlage über zwei Stunden gemessen (Abstand zwischen zwei Werten, Median): Schwinggeschwindigkeit 0,1 s, Lager- und Kühlmitteltemperaturen 0,2 s, Drehzahl 30 s bei stehender Spindel. In den Zeilen dazwischen bleibt die langsamere Spalte deshalb leer. Das ist kein Fehler in der Aufzeichnung. Für eine durchgehende Kurve filtern Sie in Excel auf die Zeilen, in denen die Spalte belegt ist.